Esaite-Berichte: PRS SE SOAPBAR II mit DiMarzios!

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Unverhofft kommt oft! Das konnte ich als Teenager schon bei Donald Duck lesen. Auf diese Weise ist mir jedenfalls vor nicht allzu langer Zeit eine weiße koreanische Paul Reed Smith Gitarre zugeflogen. Ein guter Freund brachte sie mit in den Proberaum, fand sie nicht so toll, und schwupps war die Gute aus der Student Edition Serie meine. Mehrere Wochen probierte ich mit ihr herum und war immer mehr vom Wide Fat Hals Profil begeistert. Auch die Intonation ließ sich mit der Wrap Around Alu Bridge unproblematisch und gut einstellen. Was im Vergleich zu anderen Gitarren noch auffällig war, ist der volle warme Ton, den die P90-Pickups (Soapbars) in den Verstärker transportieren. Der Output scheint etwas höher als sonst gewohnt und wirkt daher ein wenig aufgeblasen „hochvolumig“, wie ich das so laienhaft nenne. Das fällt zunächst beim privaten Üben zuhause oder in kleiner Runde nicht besonders auf und man freut sich über den wunderbar bluesigen Hals-Pickup. Klar, und der Steg-Pickup rockt. Sobald Drums und Bass hinzukommen, lässt es sich nicht leugnen: Da fehlt doch irgendwas! Strat und Tele setzen sich immer durch. Gleichfalls keine Probleme mit einer Hamer Special, Reverend Double Agent, Gibson ES-135 und Epiphone Zephyr Blues. Was im Bandkontext spürbar wurde, ist nun einmal, dass ein gewisses Maß an Durchsetzungsfähigkeit (Druck) fehlt. Das erging einem Freund mit seiner PRS SE Custom Semi-Hollow P-90 überraschend ähnlich. Da alles andere für mich an dieser Gitarre wirklich stimmt, habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative für die Tonabnehmer gemacht. Um mehr Knack in den Ton zu bekommen, habe ich den Bridge Pickup getauscht. |

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Im ersten Schritt habe ich also an der Brücke einen DiMarzio Virtual P-90 eingesetzt. Das war schon mal die richtige Richtung. Die Balance mit dem originalen Hals Pickup stimmte aber nicht, da der Virtual P-90 zu leise ist. Man konnte aber schon mehr Definition, Klarheit und Attack hören. Alles gut wurde, als ich den Virtual P-90 in die Halsposition setzte und an den Steg einen DiMarzio P-90 Super Distortion packte.
Keine Angst der Super Distortion funktioniert auch im Cleanbetrieb hervorragend. Der Zerrmodus ist wie der Produktname dezent andeutet in der Tat super! Beide Pickups zusammen sind für Rhythmus wunderbar glockig. P-90-Sound ohne Brummen, weil wir hier keine klassischen großen Singlecoils mehr haben, sondern humbucking Double Coils verwendet werden. Deshalb ja auch das „Virtual“. Für den interessierten Leser hier noch Fotos, die meine favorisierte Höheneinstellung der Tonabnehmer dokumertieren. Einmal links die Ansicht von den Bass-Saiten her und dann noch rechts die Perspektive mit den Diskantsaiten. |

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| Hier in der Kurzversion Herstellerangaben von DiMarzio zu den eingebauten Pickups: |
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P-90 Super Distortion: | 13,5 kOhm Gleichstrom-Widerstand Keramik-Magnet Treble 5, Mids 7,5, Bass 8 Meine Empfehlung für die Bridgeposition |
| Virtual P-90: | 9,14 kOhm Gleichstrom-Widerstand Keramik-Magnet Treble 6, Mids 5,5, Bass 5 Meine Empfehlung für die Neckpositon |
Wirklich, bevor Ihr lange mit Euch hadert und dann schlußendlich von Eurer PRS SE mit P-90 trennt, probiert die DiMarzios! Was noch geschah: Eben erst habe ich es noch auf den Bilder gesehen: Ja, die Tuners habe ich gegen Grover Mechaniken getauscht. Muss nicht sein, gefällt mir aber. Ich bilde mir ein, dass Stimmverhalten ist dadurch etwas besser geworden ... |
C h a n g e, C h a n g e, C h a n g e
Wir haben im Laufe der Zeit natürlich auch andere Pickups in koreanischen PRS SEs probiert. Dazu einige möglicherweise hilfreiche Anmerkungen.
In der obigen Bilderleiste zeigen wir eine PRS SE Custom Semi Hollow. Die reguläre Austattung kommt mit Zebra-Pickups und cremefarbenen Rähmchen. Wir haben für die Optik die Plastikrahmen gegen welche aus verchromten Metall gewechselt und schwarze PRS Pickups eingebaut.
Hierbei raten wir zur Vorsicht, weil man unter Umständen nämlich ungelabelte Tonabnehmer bekommt, die eben wohl nicht von G&B Pickups aus Korea stammen. Die oben gezeigten schwarzen Pickups wurden als orignale PRS SE PUs verkauft, sind auf der Bodenplatte aber nicht wie man es kennt
entsprechend vom Hersteller gestanzt.
Die Schwarzen klingen schicht gesagt minderwertig, nichtssagen, die reine Enttäuschung! So kommt es, dass die ursprüngichen Zebras mit
Chromkappen versehen wurden und ihren alten Platz wieder eingenommen haben. Abgesehen von individuellen Sonderwünschen gibt es an denen
ohnehin nichts zu meckern.
In der obigen Bilderleiste zeigen wir eine PRS SE Custom Semi Hollow P90.
Bei dieser Gitarre waren wir höchst aktiv. Original ist sie mit cremefarbenen Soapbars ausgestattet, die umfeldabhängig
gute Ergebnisse abliefern können , aber insgesamt nicht so ganz nach unserem Geschmack sind (s.o. Thema "Druck").
Phase 1 zeigt am Steg einen für unsere Zwecke bewährten Dimarzio Super Distortion gepaart mit einem Seymour Duncan
Vintage Mini-Humbucker (SM-1n). Kann man machen - muss man nicht.
Phase 2 zeigt ein Pärchen TroneBuckers von Häussel. Über Acys Guitar Lounge AGL fanden wir hervorragende Demo-Clips dieser Pickups im
Humbucker-Vollformat in einer Tokai LS95F. Rund 250,-- EUR darf man sich das Vergnügen dann kosten lassen. Klanglich an Gretsch und
TV Jones orientiert, dürfte grundsätzlich klar sein, was einen erwartet.
Entwickler ist Holger Diepold (Inhaber AGL), Johannesberg. Leider ist diese Gitarre nicht in der Lage, die Qualitäten der exclusiven Tonabnehmer angemessen umzusetzen. Vielleicht sind 255er Breitreifen für einen Fiat Panda nicht so die richtige Wahl?
Phase 3 ist nun auch schon das Ende dieser kleinen Odyssee. Schlappe 104,-- Euros muss man dagegen nur für ein Pärchen Tonerider Hot 90
auf den Tisch des Hauses knallen. Bereits die Sets von Tonerider für Telecaster wussten ganz klar zu überzeugen, so dass ich diese Option eh im
Hinterkopf hatte und zuerst dachte, diese Pickups in eine Gibson ES 135 zu quetschen. Das unterblieb aber zugunsten dieser PRS SE.
Die Formulierung "Tja, was soll ich sagen?" deutet eventuell für den einen oder anderen mehr als dezent an, was sich nun eben in diesem Versuch zeigt:
Volle Punktzahl erreicht, wäre ja einfach zu schön. Ja, leider läßt es sich nicht übersehen, dass die fabrikneuen Kappen der Tonabnehmer
bereits dämliche Kratzer aufweisen. So scheint es in der Herstellung derselben Problemchen zu geben.
Dagegen bringt der Sound der Tonwandler große Zufriedenheit. Das eher neutrale Klangverhalten dieser PRS bekommt mit diesen Pickups
die dringend gewünschte Farbe. Was hier also preislich ein Weniger ist, ergibt zu allen anderen Kandidaten im Vergleich klanglich ein Mehr.
An dieser Stelle drängt sich noch der Gedanke auf, dass diese und andere leichtgewichtige Semi Hollows ihre eigenen Bedürfnisse
zu haben scheinen, und was hier in der Kombination für mich nicht überzeugend wirkt, in einer Solidbody schieres Glück bewirken kann.
Also, keine voreiligen Schlüsse ziehen...